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Wer ist Birte, worum geht es und warum zur Hölle bin ich hier?

Lernt ein wenig über mich und bekommt vielleicht ein erstes Gefühl, wer denn hier den Blog füllt und worum es mir wirklich geht.

Genauso fühle ich mich an manchen Tagen, wenn ich morgens in den Spiegel schaue und mich frage, was zur Hölle machst du eigentlich und worum geht es dir denn eigentlich wirklich.

Eine kurze Antwort wäre wohl „Hey, ich bin Birte und stecke scheinbar in einer waschechten Midlife-Crisis!“ Die längere Version ist viel komplexer und warum lasse ich nicht gleich im ersten Post die Hosen runter und lasse euch daran teilhaben.

Ich bin Ende dreissig, verheiratet, Mama von zwei Kindern, ein selbst diagnostizierter extrovertierter Introvert, liebe kreative Dinge und habe seid jeher ein Problem mit meinem Gewicht. Seit der Geburt meiner Kinder weiss ich, dass ich gesundheitlich nicht nur ein Problem mit meinem Gewicht habe, sondern auch eines mit meinem Kopf bzw. meiner mentalen Gesundheit.
Ich rede schnell, aber selten unüberlegt. Ich gehe gerne den harten Weg, weil ich mir oft für alles und jenes die Schuld gebe. Ich bin aufopferungsvoll und emphatisch, manchmal zu einem Punkt, dass ich mich nicht abgrenzen kann. Ich kann es gar nicht leiden, wenn Menschen mich ungerecht behandeln oder mich nicht leiden können. Auf der anderen Seite habe ich eine lange Liste an Leuten, die ich nicht wirklich als gut für mich empfinde und ihnen daher lieber aus dem Weg gehe. Wer mich kennen lernt oder kennt, wird mich glaube ich beschreiben als jemand der lustig ist, locker und offen. Doch ganz ehrlich, ist das in vielen Situationen ein Schutzschild um andere nicht sehen zu lassen, wie sehr ich mit Dingen hadere. Ich liebe es anderen zu helfen, anderen eine Freude zu machen und ein Lächeln auf die Lippen von Leuten zu zaubern, verabscheue es aber nach Hilfe zu fragen oder welche zu benötigen.

Ich bin in Deutschland im Ruhrgebiet aufgewachsen in einem mehr oder minder heilen Familienumfeld. Vielleicht hatten wir als Familie den ein oder anderen Stolperstein, aber wir müssen ja nicht bei unserem ersten Kennenlernen gleich die dreckige Wäsche von anderen Leuten waschen wenn ihr versteht was ich meine. Nach meinem Abitur habe ich ein Auszeit in Australien gemacht und dort meine Liebe zum Reisen und zum Bloggen entdeckt. Dann habe ich Jura studiert, bis die Universität mich sehr deutlich und schriftlich mit den Worten Zwangs-Exmatrikulation gebeten hat, nicht mehr zu kommen und mir einen anderen Berufswunsch zu suchen. Eine gar nicht so einfache Aufgabe, wie ich festgestellt habe. Und doch bin ich dann in Freiburg in einem Studium für Tourismus geendet. Da diese Leidenschaft wirklich entflammt ist, habe ich mich dann entschieden in England mein letztes Bachelor-Jahr zu machen und dort auch gleich noch einen Master in nachhaltigem Tourismus anzuhängen. Dort ist dann also zu der Liebe zum Reisen und einem gewissen wirtschaftlichen Interesse meine Leidenschaft für das Thema Nachhaltigkeit aufgekommen.

Für meinen ersten richtigen Job, was eigentlich ein in meiner Welt sehr gut bezahltes Praktikum war, bin ich dann in die Schweiz gezogen. Endlich happy mal nicht auf der Suche nach einem Lebenspartner zu sein, habe ich nach ca. 5 Wochen in der Schweiz meinen jetzigen Mann auf einer Alm in Guarda kennen gelernt. Schnell haben wir uns auch lieben gelernt und daraufhin für zweieinhalb Jahre eine Fernbeziehung zwischen dem Unterengadin und Zürich geführt. Ende 2015 hatten wir davon genug und ich bin nach Zürich gezogen und seitdem hier zu Hause. Wir haben uns verlobt, geheiratet, sind gereist und haben schliesslich unseren Mäusemann bekommen. Dann sind wir aus der Stadt rausgezogen, haben uns ein Haus in einem wunderschönen Vorort gekauft und ich habe selbständig in meinem Onlineshop für nachhaltige Produkte gearbeitet, den ich dann auch Mitte 2022 offline in Form eines Ladens präsentiert habe. Im April 2023 hat uns unser Sonnenschein als Familie komplettiert.

Anfang 2024 war dann wohl der einschneidendste Moment in meinem Leben, als ich in meiner Selbständigkeit einsehen musste, dass es nicht funktioniert wie ich will und ich meinen Traum aufgeben muss. Zahlreiche Tränen, Selbsthass gepaart mit Wutanfällen auf die Welt und ein wenig viel Selbstmitleid später, habe ich dann erkennen dürfen, dass dies eine wunderbare Zeit war, in der ich viel lernen durfte und viel erreicht habe und ich nicht gescheitert bin, sondern mutig genug war, das Ende selbstbestimmt einzuleiten.

Trotzdem kann sich der ein oder andere hier vielleicht vorstellen, dass es nicht der beste Confidence-Booster ist und das gepaart mit einer eh schon etwas angeschlagenen mentalen Gesundheit war das der Punkt, an dem ich mich entschieden habe in Therapie zu gehen.

Neben meiner beruflichen Krise war auch mein problematisches Gewicht ein Auslöser. Ich war es einfach satt dick zu sein und nicht zu wissen, wie ich das Thema angehen soll bzw. gar nicht zu verstehen, warum es überhaupt so weit gekommen ist. Entgegen meines meist lächelnden Gesichtes habe ich mich selbst nicht leiden können und wirklich Ekel empfunden wenn ich in den Spiegel geschaut habe. Und egal was ich gemacht habe, der Knoten ist nicht geplatzt und ich wusste nicht wie ich es angehen soll.

Nach zahlreichen Stunden in Therapie und so viel Arbeit an mir selber, habe ich verstanden dass ich zwar immer noch unglücklich bin, dass ich dicker bin als andere, aber mein minderes Selbstwertgefühl gar nicht so viel mit meinem Gewicht zu tun hat. Mein Gewicht ist das was man sieht, quasi ein Spiegel von dem was man innen sieht. Denn im inneren herrscht oft fast schon Krieg, zwischen meinem Anspruch an mich selber etwas Besonderes zu sein, eine wichtige Rolle zu spielen, eine starke Frau zu sein und meinem inneren Kritiker, den ich nur noch liebevoll Axel, das Arschloch nenne. Axel ist stets zur Stelle, wenn ich eh schon Zweifel habe und hilft mir ganz selbstlos, mich oft schlechter zu fühlen als ich möchte.
Ich habe gelernt, dass ich früh gelernt habe, meine Gefühle zu unterdrücken, obwohl mich mein Umfeld glaube ich immer als sehr emotionalen Menschen bezeichnen würde. Aber umso mehr in meinem Leben dazu gekommen ist, umso mehr habe ich mich verloren oder besser gesagt, vergessen. Vor allem nach der Geburt meiner Kinder und der Aufgabe meines Business habe ich in den Spiegel geschaut und mich nicht mehr erkannt. Ich wusste wirklich nicht wer ich bin. Und Axel hat dann sein übriges getan und mir erzählt, dass ich jemand bin, der keine Liebe verdient, der nicht gut genug ist für die Welt, für seine Familie. Und darauf hatte ich keine Lust mehr. Ich habe mich entschieden aktiv gegen Axel zu kämpfen und mich wieder zu finden oder neu kennen zu lernen.

Und nun stehen wir hier, Anfang 2026 und ich habe mich entschieden, dass ich meine Welt, meine Gedanken und meine Journey zu einem glücklichen Ich mit euch teilen möchte. Ob es ein Happy End in dieser Geschichte geben wird, kann ich euch nicht versprechen. Aber ich hoffe wir können auf dem gemeinsamen Weg zusammen lachen, vielleicht auch mal weinen und uns gegenseitig motivieren, dran zu bleiben.

Ich freue mich jedenfalls wahnsinnig und habe gleichzeitig extreme Angst, dass das ganze hier vielleicht auch geflissentlich komisch wird, aber das ignorieren wir mal für den Anfang und konzentrieren uns darauf, dass es mir schon immer gut getan hat, meine Gedanken und meine Gefühle aufzuschreiben. Und genau darum soll es gehen.

Also wer jetzt nicht abgeschreckt ist von all dem und vielleicht Lust hat mir zu folgen, kann das hier tun, kann sich zu meinem Newsletter anmelden oder mir auf Instagram folgen.

Ich schicke euch eine Umarmung, denn von denen kann es nie genug geben.

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