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Ich bin Mama, Ehefrau und Ende 30… Ach ja, ich bin übrigens Birte…

Wie stellt ihr euch vor? Ich merke immer wieder, dass ich zunächst Dinge mit anderen erwähne, bevor ich etwas über mich sage. Warum denn aber?

In letzter Zeit ist mir das immer bewusster geworden. Wenn ich mich vorstelle, dann erzähle ich zuerst, dass ich Mama von 2 Jungs bin. Dann oftmals das ich verheiratet bin und Ende 30 bin. Und dann komme ich erst zu „mir“.

Mir ist durchaus bewusst, dass ich das alles bin. Ich bin Mama. Ich bin Ehefrau. Ich bin Tochter. Ich bin Schwester. Ich bin Tante. Ich bin Freundin. Ich bin ehrenamtlich engagiert. Ich bin Studentin. Ich bin fast 40. Aber doch hinterlässt es manchmal in mir die Frage, was oder wer bin ich denn noch?

Ich glaube die grössere philosophische Frage, die man dahinter sehen könnte, wer bin ich ausserhalb meines Umfelds. Wenn es nur um mich geht. Unabhängig von anderen. Und dann machen wir gleich die nächste Frage auf: kann die erste Frage überhaupt beantwortet werden, wenn wir als Menschen nun mal soziale Wesen sind, die voneinander lernen, miteinander wachsen, sich gemeinsam entwickeln.

Mein erster Impuls ist, dass ich die Frage „wer ist Birte“ nicht beantworten möchte, weil ich oftmals das Gefühl habe, ich bin Dinge, die entweder eine Erklärung brauchen oder aber vielleicht zu viel oder nicht schön sind. Aber ist das feige? Vielleicht kann ich die Frage auch nicht richtig beantworten, weil ich davon überzeugt bin, aktuell nicht alles von mir zu kennen. Aber sollte mich das daran hindern, anzufangen? Die Liste kann ja jederzeit weitergeschrieben werde. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle quasi ein Buch sind, in dem viele Kapitel noch offen ist. Also setze ich mir heute die Aufgabe -vielleicht mit euch zusammen?!- mein aktuelles Kapitel zu schreiben.

Kapitel Januar 2026 – Birte/39
Ich bin Birte. Ich bin neugierig und habe oftmals das Gefühl, ich verstehe nicht genug Dinge auf dieser Welt. Ich will nicht sagen, ich bin ungebildet, aber es gibt doch öfter mal Situationen, wo ich mich frage wovon die anderen reden. Meistens merke ich es mir und informiere mich später, vor allem dann wenn es mich wirklich interessiert
Ich bin jemand, der gerne reist bzw. Neues kennen lernt. Früher hatte ich dabei keinen Anspruch. Bett war Bett und hauptsache es gab coole Dinge zu erleben. Auch wenn ich es nicht gerne zugeben, mittlerweile bin ich etwas kritischer geworden, wo ich bleibe. Ich mag schöne Dinge, vor allem beim Reisen, also in Bezug auf Unterkünfte und Anreise. Vor Ort bin ich oftmals nicht mehr so mutig wie ich auch schon war. Gerade versuche ist rauszufinden, ob das an den Kindern liegt bzw. daran, dass ich die Situation immer als Mama betrachte oder einfach weil der Travelbug ein wenig auszieht.
Ich beschreibe mich oft als introvertierter Extrovert. Ich verbringe gerne Zeit mit anderen Menschen. Freunde und Familie geben mir ganz viel. Aber ich geniesse auch absolut Zeit mit mir selber. Als Freund oder im sozialen Umfeld gebe ich gerne alles. Ich bin super gerne hilfsbereit, unterstütze wo ich kann, liebe den Austausch und bin gerne kritischer Mitdenker. Aber ich musste lernen, dass mich das extrem viel Kraft kostet und meine Ressourcen kann ich nur aufladen, wenn ich alleine bin und mich zurück ziehe. Ich bin gerne mit meinen Gedanken alleine und nehme mir gerne die Zeit, Erlebnisse, Gespräche und Dinge zu reflektieren und für mich daraus zu lernen.
Ich bin spiritueller als ich geglaubt habe. Gewisse Rituale helfen mir loszulassen oder mich zu erden. Ich bin ein grosser Fan von Human Design geworden und auch den Test der 16 Personalities finde ich hervorragend. Ich finde mich immer wieder dabei, nachzulesen was es über die „meine Typen“ zu wissen gibt und zu hinterfragen, wie das vielleicht mein Leben beeinflussen kann.
Ich bin jemand, der viel Lob und Anerkennung braucht. Ich verbinde diese Eigenschaft immer mit Negativem, aber es ist wie es ist. Ich mag es, gelobt zu werden oder gesagt zu bekommen, dass ich Dinge extrem gut kann. Daraus ziehe ich extrem viel Energie. Aber es veranlasst mich auch oftmals, mit meinen eigenen Ressourcen nicht richtig umzugehen oder mich zu verausgaben,
Ich kann gut für andere Gedanken sortieren und ihnen helfen, sich selber klarer fassen zu können. Auch liebe ich es anderen zu helfen, ihren Weg zu finden und gemeinsam die nächsten gangbaren Schritte zu definieren. Bei mir selber bin ich da nicht so hilfreich. Oftmals gelten Tipps oder Ratschläge, die ich anderen gebe, aus irgendeinem Grund nicht für mich. Auch begegne ich anderen, gerade ihren „Schwachen“ mit viel mehr Empathie als meinen eigenen. Aber ich arbeite daran!

Es ist mir jetzt echt nicht leicht gefallen, das Kapitel zu schreiben. Und ich bin mir sicher, es gäbe noch tausend Dinge die ich erzählen könnte. Aber das Buch ist ja noch nicht komplett.
Habt ihr auch was aufgeschrieben? Wer Lust hat das Kapitel mit mir zu teilen, ich freue mich immer.

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